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exposé schreiben bachelorarbeit – Praxisleitfaden & Zeitplan

exposé schreiben bachelorarbeit – Praxisleitfaden & Zeitplan

Ein Exposé für die Bachelorarbeit zu verfassen, ist wohl der wichtigste strategische Schachzug für eine gelungene Abschlussarbeit. Man könnte es als die Blaupause Ihres Forschungsprojekts bezeichnen. Es hilft Ihnen ungemein dabei, Ihre Gedanken zu sortieren, die Machbarkeit des Themas realistisch einzuschätzen und am Ende auch Ihren Betreuer zu überzeugen. Sehen Sie es also nicht als lästige Pflicht, sondern als Ihr wertvollstes Werkzeug für einen stressfreien Schreibprozess.

Warum ein Exposé Ihr wichtigstes Werkzeug ist

Eine Person schreibt konzentriert an einem Exposé für ihre Bachelorarbeit an einem Holztisch mit Laptop und Notizen.

Viele Studierende sehen das Exposé als eine weitere Hürde, die sie vor dem eigentlichen Schreiben nehmen müssen. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen: Es ist genau umgekehrt. Das Exposé ist kein Hindernis, sondern Ihr ganz persönlicher Fahrplan, der Sie sicher ans Ziel bringt. Der größte Vorteil ist, dass es Sie zwingt, von Anfang an absolute Klarheit über Ihr Vorhaben zu gewinnen.

Stellen Sie sich mal dieses typische Szenario vor: Sie starten ohne klaren Plan in die Bachelorarbeit. Die Idee ist da, aber die Forschungsfrage noch ziemlich vage. Nach wochenlanger Literaturrecherche merken Sie plötzlich, dass das Thema viel zu breit ist oder – schlimmer noch – die Daten, die Sie brauchen, gar nicht zugänglich sind. Das führt zu Frust, massivem Zeitdruck und kann im schlimmsten Fall das ganze Projekt gefährden.

Struktur und Sicherheit von Beginn an

Ein gut durchdachtes Exposé verhindert genau das. Es ist im Grunde ein Vertrag zwischen Ihnen und Ihrem Betreuer. Indem Sie Ihre Ziele, die geplante Vorgehensweise und einen realistischen Zeitplan schriftlich festhalten, schaffen Sie eine verbindliche Grundlage. Ihr Betreuer kann Ihnen so frühzeitig fundiertes Feedback geben, die Richtung bei Bedarf korrigieren und Ihnen wertvolle Tipps für die Literaturrecherche an die Hand geben.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Sie gewinnen Klarheit: Sie müssen Ihre Forschungsfrage auf den Punkt bringen und Ihre Argumentationslinie klar skizzieren.
  • Sie prüfen die Machbarkeit: Sie setzen sich realistisch mit dem Umfang, der Methodik und dem nötigen Zeitaufwand auseinander.
  • Sie beweisen Kompetenz: Sie zeigen Ihrem Betreuer, dass Sie wissenschaftlich arbeiten und Ihr Projekt strukturiert angehen können.
  • Sie reduzieren Stress: Ein fester Plan gibt Ihnen Sicherheit und Orientierung, wenn Sie mal den Faden verlieren.

Eine Investition, die sich auszahlt

In Deutschland ist das Exposé ein absolut zentraler Bestandteil der Vorbereitung. Bei über 10.000 Bachelorstudiengängen erstellen jedes Jahr weit über 200.000 Studierende ein solches Dokument, um Zeitplan, Forschungsfragen und Methodik festzulegen. Die Erfahrung zeigt, dass die Erstellung eines Exposés etwa 10–20 % der Gesamtzeit für die Bachelorarbeit in Anspruch nimmt. Diese anfängliche Zeitinvestition zahlt sich aber am Ende mehrfach aus, weil sie aufwendige Korrekturschleifen und Sackgassen im Schreibprozess minimiert. Wer sich für die genauen Zahlen interessiert, findet mehr Infos bei der Hochschulrektorenkonferenz.

Betrachten Sie das Exposé nicht als Prüfung, sondern als Ihre große Chance. Es ist die beste Gelegenheit, Ihr Thema wirklich zu schärfen, potenzielle Probleme früh zu erkennen und mit einem sicheren Gefühl in die intensive Schreibphase Ihrer Bachelorarbeit zu starten.

Anstatt also planlos in die Recherche zu stürzen, nutzen Sie das Exposé, um den roten Faden für Ihre gesamte Arbeit zu legen. Wenn Sie noch tiefer einsteigen wollen, erfahren Sie in unserem umfassenden Leitfaden auch, was eine Bachelorarbeit ist und wie man sie schreibt.

Die entscheidenden Bausteine Ihres Exposés

Eine Person plant die Struktur eines Exposés mit Notizen und einem Laptop auf einem Schreibtisch.

Ein überzeugendes Exposé fällt einem nicht einfach so in den Schoß. Es ist das Ergebnis einer durchdachten Struktur, bei der jeder einzelne Baustein eine klare Funktion hat. Sehen Sie es als das Fundament, auf dem später Ihre gesamte Bachelorarbeit stehen wird – und ein wackeliges Fundament ist das Letzte, was man gebrauchen kann.

Die gute Nachricht ist aber: Sie müssen das Rad nicht neu erfinden. Die Struktur folgt wissenschaftlichen Standards, die sich bewährt haben. Wenn Sie einmal verstanden haben, welcher Teil welchen Zweck erfüllt, wird das Exposé schreiben für Ihre Bachelorarbeit plötzlich viel greifbarer. Es geht im Grunde darum, eine überzeugende Geschichte zu erzählen: Wo genau liegt das Problem, wie packe ich die Lösung an und warum ist mein Weg der richtige?

Vom Arbeitstitel bis zur Forschungsfrage

Alles startet mit einem griffigen Arbeitstitel. Der muss noch nicht in Stein gemeißelt sein, sollte aber den Kern Ihrer Idee auf den Punkt bringen. Ein guter Titel ist spezifisch genug, um das Feld abzustecken, aber auch so formuliert, dass ihn jemand ohne tiefes Fachwissen versteht.

Direkt im Anschluss holt die Einleitung den Leser ab und skizziert das Problemfeld. Hier müssen Sie klarmachen, warum Ihr Thema relevant ist. Warum brennt genau diese Frage unter den Nägeln? Die Einleitung läuft dann ganz natürlich auf das Herzstück Ihres gesamten Vorhabens zu: die zentrale Forschungsfrage. Sie ist der Kompass für alles, was folgt.

Der Forschungsstand: Mehr als nur eine Literaturliste

Viele Studierende machen den Fehler, den aktuellen Forschungsstand als eine Art Pflichtübung abzutun und einfach nur Quellen aneinanderzureihen. Dabei ist dieser Teil Ihre große Chance zu zeigen, dass Sie sich wirklich in die Materie eingearbeitet haben. Es geht nicht darum, alles aufzulisten, was jemals zu dem Thema publiziert wurde.

Ihre Aufgabe ist es vielmehr, die wichtigsten Theorien, Studien und Debatten so zusammenzufassen, dass sich daraus eine klare Forschungslücke ergibt. Sie argumentieren also: „Das ist der aktuelle Stand, das wissen wir bereits. Und genau hier, an diesem unbeleuchteten Punkt, setzt meine Arbeit an und liefert einen neuen, wichtigen Beitrag.“

Ein sauber aufgearbeiteter Forschungsstand ist keine lästige Pflicht. Er ist die Legitimationsgrundlage für Ihre gesamte Arbeit und beweist, dass Ihr Vorhaben einen echten wissenschaftlichen Wert hat.

Methodik und Gliederung: Ihr konkreter Fahrplan

Jetzt wird es konkret. Im Abschnitt zur Methodik legen Sie Ihre Karten auf den Tisch und beschreiben, wie genau Sie Ihre Forschungsfrage beantworten wollen. Das sind Ihre wissenschaftlichen Werkzeuge.

  • Bei einer Literaturarbeit: Welche Suchstrategien nutzen Sie? Nach welchen Kriterien wählen Sie relevante Quellen aus und schließen andere aus?
  • Bei einer empirischen Arbeit: Führen Sie qualitative Interviews, starten Sie eine quantitative Umfrage oder nutzen Sie eine ganz andere Methode? Begründen Sie, warum genau dieses Vorgehen für Ihr Thema am besten geeignet ist.

Auf dieser Basis entwerfen Sie dann eine vorläufige Gliederung. Sie ist Ihr roter Faden und zeigt dem Betreuer, dass Sie sich Gedanken über den logischen Aufbau Ihrer Argumentation gemacht haben. Klar, Details können sich im Schreibprozess noch ändern, aber diese erste Struktur ist entscheidend für die Orientierung.

Aufbau eines Exposés auf einen Blick

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Elemente noch einmal übersichtlich zusammen. Sie zeigt nicht nur, worauf es ankommt, sondern auch, welche typischen Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Bestandteil Zweck und Inhalt Häufiger Fehler
Arbeitstitel & Einleitung Weckt Interesse, stellt das Thema und seine Relevanz vor. Zu vage oder reißerisch formuliert.
Forschungsfrage & Ziel Definiert präzise den Kern der Untersuchung und das angestrebte Ergebnis. Die Frage ist nicht beantwortbar oder zu breit angelegt.
Forschungsstand Zeigt Kenntnis der Literatur und leitet die Forschungslücke her. Reine Zusammenfassung ohne kritische Einordnung.
Methodisches Vorgehen Beschreibt nachvollziehbar die gewählten Forschungsmethoden. Die gewählte Methode passt nicht zur Forschungsfrage.
Vorläufige Gliederung Skizziert den logischen Aufbau der späteren Bachelorarbeit. Unlogische Kapitelreihenfolge, unausgewogene Schwerpunkte.
Zeitplan & Literatur Plant die Arbeitsschritte realistisch und listet zentrale Quellen auf. Unrealistische Zeitplanung ohne Puffer, unvollständiges Literaturverzeichnis.

Die Tabelle macht deutlich, wie eng die einzelnen Teile miteinander verknüpft sind. Ein stimmiges Gesamtbild entsteht nur, wenn jeder Baustein an der richtigen Stelle sitzt.

Den Abschluss bilden dann der Zeitplan und ein vorläufiges Literaturverzeichnis. Mit dem Zeitplan beweisen Sie Organisationstalent und zeigen, dass Sie die einzelnen Arbeitsschritte realistisch eingeschätzt haben. Das Literaturverzeichnis wiederum listet die Schlüsselwerke auf, die Sie bereits kennen und die als Basis für Ihre Recherche dienen.

So meißeln Sie die perfekte Forschungsfrage für Ihr Exposé heraus

Eine Lupe vergrößert einen Teil eines Textes, was die Detailgenauigkeit bei der Formulierung einer Forschungsfrage symbolisiert.

Die Forschungsfrage ist das absolute Herzstück Ihrer Bachelorarbeit und somit auch Ihres Exposés. Sie ist der Kompass, der Ihre gesamte wissenschaftliche Reise steuert. Ist die Frage unklar oder zu schwammig, wird Ihre Analyse unweigerlich oberflächlich und das Schreiben zur reinsten Qual.

Doch wie kommt man von einem vagen Interesse zu einer messerscharfen Fragestellung? Das ist kein plötzlicher Geistesblitz, sondern ein Prozess der systematischen Verfeinerung. Viele Studierende starten mit einer guten Idee, scheitern aber daran, sie in eine konkrete, beantwortbare Frage zu gießen.

Vergessen Sie nicht: Eine Forschungsfrage ist keine simple W-Frage, sondern eine analytische Herausforderung. Sie muss neugierig machen, eine echte Wissenslücke aufzeigen und den Rahmen für Ihre gesamte Untersuchung glasklar abstecken.

Von der groben Idee zur analytischen Frage

Ihr erster Schritt ist immer, das breite Thema schrittweise einzugrenzen. Nehmen wir an, Ihr Herzensthema ist „Social Media Marketing in der Modebranche“. Das ist ein super Ausgangspunkt, aber eben nur das – ein Thema, keine Forschungsfrage. Es ist viel zu weit gefasst und würde Sie in einem Ozean von Informationen ertrinken lassen.

Um hier die nötige Tiefe zu erreichen, müssen Sie spezifischer werden. Fragen Sie sich: Welcher Aspekt fesselt mich am meisten? Geht es um eine bestimmte Plattform, eine spezielle Zielgruppe oder eine konkrete Marketingstrategie?

  • Eine schlechte, rein beschreibende Frage wäre: „Wie nutzen Modemarken Instagram?“ Das Ergebnis wäre eine reine Aufzählung von Fakten ohne jede analytische Tiefe.
  • Eine gute, analytische Frage klingt so: „Inwiefern beeinflusst der Einsatz von Influencer-Marketing auf Instagram die Kaufentscheidung von Millennials bei Luxusmodemarken in Deutschland?“

Sehen Sie den Unterschied? Diese verbesserte Version ist absolut präzise. Sie definiert die Plattform (Instagram), die Methode (Influencer-Marketing), die Zielgruppe (Millennials), das Produktsegment (Luxusmodemarken) und sogar den geografischen Raum (Deutschland). So wird die Untersuchung nicht nur machbar, sondern auch wissenschaftlich relevant.

Eine starke Forschungsfrage ist immer spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und zeitlich gebunden (SMART). Sie zielt nicht darauf ab, nur etwas zu beschreiben, sondern darauf, Zusammenhänge, Ursachen oder Wirkungen zu verstehen.

Die Macht der richtigen Fragewörter

Die Wahl Ihres Fragewortes entscheidet maßgeblich über die analytische Tiefe Ihrer Arbeit. Einfache „Was“- oder „Welche“-Fragen münden oft in rein deskriptive Arbeiten. Um eine Ebene tiefer zu graben, brauchen Sie die richtigen Werkzeuge.

  • Warum? Hier geht es um die Ursachen und Gründe für ein Phänomen. Beispiel: „Warum führte die Einführung von agilen Methoden im Projektmanagement des Unternehmens X zu einer Produktivitätssteigerung von 15 %?“
  • Wie? Dieses Wort fragt nach den Prozessen und Mechanismen. Beispiel: „Wie verändert der Einsatz von KI-basierten Chatbots die Kundenkommunikation im E-Commerce?“
  • Inwiefern? Damit untersuchen Sie das Ausmaß oder die Bedingungen eines Einflusses. Beispiel: „Inwiefern wirkt sich Remote-Arbeit auf die Innovationskultur in mittelständischen IT-Unternehmen aus?“

Diese Fragewörter zwingen Sie quasi, über reine Beschreibungen hinauszudenken und echte Zusammenhänge zu analysieren. Sie öffnen die Tür für die Entwicklung von Hypothesen, die Sie im Laufe Ihrer Bachelorarbeit auf den Prüfstand stellen. Wenn Sie hier noch mehr Input brauchen, finden Sie in unserem Leitfaden wertvolle Tipps, wie Sie Forschungsfragen formulieren, was leicht gemacht wird.

Hypothesen: Die logische Konsequenz Ihrer Frage

Aus einer wirklich guten Forschungsfrage ergeben sich fast von selbst eine oder mehrere Hypothesen. Hypothesen sind nichts anderes als begründete Annahmen, die Sie im Rahmen Ihrer Arbeit entweder bestätigen (verifizieren) oder widerlegen (falsifizieren). Sie bauen die Brücke zwischen Ihrer Frage und Ihrer praktischen Untersuchung.

Bleiben wir beim Beispiel der Luxusmodemarken:

  • Forschungsfrage: „Inwiefern beeinflusst der Einsatz von Influencer-Marketing auf Instagram die Kaufentscheidung von Millennials bei Luxusmodemarken in Deutschland?“
  • Hypothese 1: „Die wahrgenommene Authentizität des Influencers hat einen signifikant positiven Einfluss auf die Kaufabsicht der Millennials.“
  • Hypothese 2: „Je höher die Follower-Zahl eines Influencers, desto geringer ist dessen wahrgenommene Glaubwürdigkeit.“

Solche Hypothesen geben Ihrer Untersuchung eine glasklare Richtung und machen Ihre Ergebnisse am Ende messbar. Wenn Sie diesen Punkt in Ihrem Exposé erreicht haben, ist der wichtigste Grundstein für eine erfolgreiche Bachelorarbeit gelegt.

Methodik und Zeitplan realistisch gestalten

Ein detaillierter Zeitplan und methodische Skizzen auf einem Whiteboard, die die sorgfältige Planung einer Bachelorarbeit darstellen.

Ein Exposé steht und fällt mit der Frage, ob Ihr Vorhaben überhaupt machbar ist. Die brillanteste Forschungsfrage bringt Sie nicht weiter, wenn der Weg zur Antwort im Nebel liegt oder Ihnen die Zeit davonläuft. Genau deshalb sind die Methodik und der Zeitplan das Herzstück Ihrer Planung. Sie zeigen Ihrem Betreuer: Dieses Projekt ist nicht nur spannend, sondern auch handfest und durchführbar.

Ihr methodisches Vorgehen ist im Grunde Ihr wissenschaftliches Werkzeug. Hier erklären Sie ganz nachvollziehbar, wie Sie zu Ihren Erkenntnissen kommen wollen. Dabei ist die Methode kein Selbstzweck – sie ergibt sich immer direkt aus Ihrer Fragestellung.

Die passende Methode auswählen und beschreiben

Präzision ist hier das A und O. Eine vage Formulierung wie „Ich werde eine Umfrage durchführen“ reicht nicht aus. Werden Sie konkret, denn das schafft Vertrauen und zeigt, dass Sie Ihr Handwerk verstehen.

Je nach Thema haben sich unterschiedliche Ansätze bewährt:

  • Systematische Literaturanalyse: Perfekt für theoretische Arbeiten. Beschreiben Sie Ihre Suchstrategie, die Datenbanken, die Sie nutzen werden, und vor allem: Was sind Ihre klaren Ein- und Ausschlusskriterien für die Quellen?
  • Qualitative Erhebung: Sie planen Experteninterviews? Super. Dann erklären Sie, nach welchen Kriterien Sie Ihre Interviewpartner auswählen (Stichwort: Sampling), welchen Leitfaden Sie grob im Kopf haben und wie Sie die Interviews später auswerten – zum Beispiel mit einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
  • Quantitative Datenanalyse: Es soll eine Umfrage werden? Dann skizzieren Sie den Aufbau des Fragebogens, wie Sie Ihre Stichprobe gewinnen und welche statistischen Verfahren Sie bei der Auswertung anwenden wollen.

Eine saubere Beschreibung Ihrer Vorgehensweise ist wirklich entscheidend. Wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie diesen Teil am besten strukturieren, hilft Ihnen unser detaillierter Beitrag zur Methodik einer Bachelorarbeit mit Beispielen sicher weiter.

Einen realistischen Zeitplan aufstellen

Ein Zeitplan ist so viel mehr als eine To-do-Liste. Er ist Ihr persönliches Projektmanagement-Tool. Mit ihm beweisen Sie, dass Sie den Arbeitsaufwand realistisch einschätzen und die Bearbeitungszeit im Griff haben. Brechen Sie den gesamten Prozess in logische Arbeitspakete herunter und setzen Sie sich klare Meilensteine.

Ein solider Zeitplan könnte zum Beispiel diese Phasen enthalten:

  1. Orientierung & Exposé-Erstellung: 1–2 Wochen
  2. Vertiefende Literaturrecherche: 3–4 Wochen
  3. Datenerhebung (z. B. Interviews führen): 2–3 Wochen
  4. Auswertung & Analyse der Daten: 2–3 Wochen
  5. Schreibphase der Rohfassung: 3–4 Wochen
  6. Korrekturphase & Puffer: 2 Wochen

Ein Tipp aus der Praxis: Planen Sie immer einen Puffer von mindestens 15–20 % der Gesamtzeit ein. Eine Grippe, technische Probleme oder ein Interviewpartner, der kurzfristig abspringt – glauben Sie mir, unvorhergesehene Dinge passieren eher früher als später.

Dass eine solche strukturierte Vorbereitung Gold wert ist, zeigen auch die Zahlen. Im Studienjahr 2024/2025 waren rund 2,87 Millionen Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Der Druck ist hoch, und Analysen von Prüfungsämtern bestätigen immer wieder: Studierende mit einem durchdachten Exposé geben ihre Arbeit häufiger pünktlich ab und müssen seltener in die Verlängerung.

Ein sauber geplantes methodisches Vorgehen und ein realistischer Zeitplan sind also keine lästigen Formalitäten. Sie sind die entscheidenden Bausteine, die aus einer vagen Idee ein überzeugendes und vor allem realisierbares Forschungsprojekt machen.

Typische Fehler im Exposé – und wie du sie geschickt umgehst

Selbst die besten Studierenden stolpern bei ihrem ersten Exposé über dieselben Hürden. Das ist absolut verständlich, denn ein Exposé für die Bachelorarbeit zu schreiben, ist eben Neuland. Betrachte die folgenden Punkte als eine Art Insider-Wissen, um die klassischen Fehler zu vermeiden und bei deinem Betreuer von Anfang an zu punkten.

Ganz oben auf der Liste steht eine viel zu breit angelegte Forschungsfrage. Ein Thema wie „Die Digitalisierung im Marketing“ ist keine Frage, sondern ein riesiges Feld. Hier fehlt der Fokus, was unweigerlich zu einer Arbeit führt, die nur an der Oberfläche kratzt. Jeder Betreuer erkennt auf den ersten Blick, dass ein solches Vorhaben im Rahmen einer Bachelorarbeit gar nicht zu schaffen ist.

Der Teufel steckt wie immer im Detail

Ein weiterer Klassiker: Der Forschungsstand ist lückenhaft oder gleicht einer reinen Fleißarbeit. Viele reihen einfach nur Quellen aneinander, ohne sie miteinander ins Gespräch zu bringen. Deine Aufgabe ist es aber, eine argumentative Brücke zu bauen, die am Ende direkt in deine Forschungslücke mündet.

  • Der Fehler: Eine simple Aufzählung von Autoren und ihren Kernaussagen.
  • Die Lösung: Zeig die wissenschaftliche Debatte auf. Wo gibt es Übereinstimmungen, wo Widersprüche? Und an welchem Punkt genau setzt deine Arbeit an, um eine bislang offene Frage zu klären?

Ein unrealistischer Zeitplan ist ebenfalls eine rote Flagge für jeden Professor. Phasen wie „Recherche“ oder „Schreiben“ pauschal mit mehreren Wochen zu blocken, verrät eine mangelnde Auseinandersetzung mit dem Prozess.

Dein Zeitplan ist mehr als eine bloße Liste. Er ist der Beweis, dass du nicht nur eine gute Idee hast, sondern auch den Weg zur Umsetzung kennst. Gliedere ihn in konkrete Arbeitspakete und realistische Meilensteine – und vergiss niemals einen Puffer für unvorhergesehene Dinge.

Vage Methoden und formale Patzer

Häufig wird auch die Methodik nur oberflächlich beschrieben. Eine Formulierung wie „Ich werde Experteninterviews führen“ reicht bei Weitem nicht aus. Wer genau sind diese Experten? Nach welchen Kriterien wählst du sie aus? Und vor allem: Wie wertest du die gewonnenen Daten am Ende aus? Ohne diese konkreten Angaben wirkt dein ganzes Vorhaben wissenschaftlich wenig fundiert.

Und zuletzt sind es die formalen Fehler, die einen ansonsten starken Inhalt schnell abwerten. Uneinheitliche Zitierweisen, Flüchtigkeitsfehler oder eine unlogische Gliederung lassen auf eine nachlässige Arbeitsweise schließen und trüben den Gesamteindruck erheblich.

Bevor du dein Exposé abgibst, geh diese Checkliste durch:

  • Ist meine Forschungsfrage wirklich spezifisch und beantwortbar? Kann ich sie in einem einzigen Satz formulieren?
  • Führt mein Forschungsstand den Leser logisch zur Forschungslücke? Mache ich klar, warum meine Arbeit wichtig ist?
  • Ist mein methodisches Vorgehen nachvollziehbar und wissenschaftlich begründet?
  • Ist mein Zeitplan detailliert und realistisch (inklusive Pufferzeit)?
  • Habe ich das gesamte Dokument noch einmal sorgfältig auf formale Fehler Korrektur gelesen?

Versuch, dein Exposé einmal durch die Brille deines Betreuers zu lesen. Wenn du diese Punkte selbstkritisch überprüfst, steigen deine Chancen auf grünes Licht und einen reibungslosen Start in die Bachelorarbeit enorm.

Typische Fragen rund ums Exposé

Zum Schluss klären wir noch die Fragen, die mir im Betreueralltag immer wieder begegnen. Betrachten Sie diesen Abschnitt als kleinen Spickzettel, um letzte Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen und selbstbewusst mit Ihrem Exposé zu starten.

Wie lang muss so ein Exposé eigentlich sein?

Als Faustregel hat sich ein Umfang von drei bis fünf Seiten reiner Text bewährt. Aber mal ehrlich: Auf eine Seite mehr oder weniger kommt es nicht an. Entscheidend ist, dass Sie Ihr Vorhaben auf den Punkt bringen – klar, verständlich und vollständig, ohne sich im Kleingedruckten zu verlieren.

Manche Institute haben da aber ihre eigenen Regeln. Bevor Sie also loslegen, werfen Sie einen schnellen Blick in Ihre Prüfungsordnung oder fragen Sie einfach kurz bei Ihrer Betreuungsperson nach. Das spart später Korrekturen und Nerven.

Muss ich überhaupt ein Exposé schreiben?

Das ist von Uni zu Uni und sogar von Lehrstuhl zu Lehrstuhl unterschiedlich. Oft ist das Exposé aber eine feste Voraussetzung, bevor Sie Ihre Bachelorarbeit offiziell anmelden können. Es ist quasi die formelle Vereinbarung zwischen Ihnen und Ihrer Betreuung.

Auch wenn es keine Pflicht sein sollte: Ich kann es Ihnen nur wärmstens empfehlen. Das Schreiben zwingt Sie, Ihre anfängliche Idee wirklich zu durchdenken und einen klaren Fahrplan zu entwickeln. Das macht den eigentlichen Schreibprozess später so viel einfacher.

Was mache ich, wenn mein Exposé abgelehnt wird?

Erstmal: tief durchatmen. Eine Ablehnung ist kein Scheitern, sondern ein normaler Teil des wissenschaftlichen Prozesses. Meistens heißt das nicht, dass Ihre Idee schlecht ist. Es bedeutet nur, dass wichtige Punkte wie die Forschungsfrage oder die geplante Vorgehensweise noch nicht ganz überzeugen.

Sehen Sie es als konstruktive Kritik und Chance, Ihr Projekt noch besser zu machen. Bitten Sie um ganz konkretes Feedback. Oft sind es nur ein paar Stellschrauben, an denen Sie drehen müssen:

  • Forschungsfrage schärfen: Ist sie vielleicht zu allgemein oder unklar formuliert?
  • Methodik nachbessern: Ist Ihr Vorgehen wirklich schlüssig und für andere nachvollziehbar?
  • Relevanz hervorheben: Warum genau ist Ihre Arbeit ein wichtiger Beitrag zum Thema?

Jede dieser Überarbeitungen macht nicht nur Ihr Exposé, sondern am Ende auch Ihre gesamte Bachelorarbeit stärker.

Wenn die Bachelorarbeit dann erfolgreich im Kasten ist, steht für viele der Sprung in den Beruf an. Für diesen Übergang gibt es hier umfassende Tipps für Studierende und Berufseinsteiger.


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