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Literaturverzeichnis nach APA einfach meistern

Literaturverzeichnis nach APA einfach meistern

Ein korrektes Literaturverzeichnis nach APA ist das A und O jeder wissenschaftlichen Arbeit. Es geht dabei nicht um bloße Formsache, sondern darum, eine klare, nachvollziehbare Logik zu schaffen, damit jeder, der Ihre Arbeit liest, die zitierten Quellen mühelos finden kann. Die Grundidee ist denkbar einfach: Jede Quelle, die Sie im Text erwähnen, bekommt einen vollständigen Eintrag im Verzeichnis am Ende.

Die grundlagen des APA literaturverzeichnisses verstehen

Eine Person schreibt Notizen in ein Buch, umgeben von weiteren Büchern, was die sorgfältige Recherchearbeit symbolisiert.

Ein Literaturverzeichnis nach den APA-Richtlinien ist weit mehr als nur eine Ansammlung gelesener Bücher und Artikel. Es ist der Beweis für Ihre wissenschaftliche Genauigkeit und gibt anderen Forschenden die Möglichkeit, Ihre Argumente zu überprüfen und auf Ihrer Arbeit aufzubauen.

Seit der Veröffentlichung der siebten Auflage des APA-Manuals im Jahr 2019 haben sich diese Regeln als der führende Standard im deutschsprachigen Raum durchgesetzt. Das ist keine Übertreibung: Eine Umfrage unter 150 deutschen Universitäten aus dem Jahr 2023 hat ergeben, dass schätzungsweise über 70 % der Hochschulen APA als ihr Standardformat vorschreiben. Das gilt besonders für die Sozial- und Geisteswissenschaften. Wer die Details dazu nachlesen möchte, findet wertvolle Informationen in den Leitlinien zum wissenschaftlichen Schreiben nach APA 7.

Die kernprinzipien auf einen blick

Wenn man die APA-Regeln auf das Wesentliche herunterbricht, bleiben zwei fundamentale Prinzipien übrig, die für Struktur und Lesbarkeit sorgen:

  • Alphabetische Sortierung: Alle Quellen werden strikt nach dem Nachnamen des ersten Autors sortiert. Haben Sie mehrere Werke vom selben Autor zitiert? Dann ordnen Sie diese chronologisch, beginnend mit der ältesten Veröffentlichung.

  • Hängender Einzug: Jede Zeile eines Eintrags nach der ersten rückt um 1,27 cm (oder 0,5 Zoll) ein. Das klingt nach einer Kleinigkeit, macht aber einen riesigen Unterschied für die Übersichtlichkeit. So stechen die Autorennamen sofort hervor und man kann die Liste viel schneller überfliegen.

Ein gut strukturiertes Literaturverzeichnis ist kein optionales Extra, sondern ein Qualitätsmerkmal. Es zeigt, dass Sie die Konventionen Ihres Fachbereichs beherrschen und die Arbeit anderer Forschender respektieren.

Warum die struktur der einträge so wichtig ist

Jeder Eintrag im Literaturverzeichnis folgt einem simplen, aber genialen Muster. Es beantwortet im Grunde immer vier Fragen: Wer? Wann? Was? Wo? Diese Struktur hilft, die relevanten Informationen auf einen Blick zu erfassen.

  • Wer: Der Autor oder die Autorin (Nachname, Initialen des Vornamens).
  • Wann: Das Veröffentlichungsdatum (meistens nur das Jahr).
  • Was: Der Titel des Werks (z. B. der Buchtitel oder der Titel eines Artikels).
  • Wo: Die Quelle der Veröffentlichung (also der Verlag oder der Name der Fachzeitschrift).

Natürlich sieht die genaue Angabe für ein Buch anders aus als für einen Zeitschriftenartikel oder eine Webseite. Aber wenn man diese Grundlogik einmal verstanden hat, muss man die Regeln nicht mehr stur auswendig lernen, sondern kann sie logisch anwenden. Wer sich diesen Prozess erleichtern will, kann sich auch damit befassen, wie man sein Literaturverzeichnis automatisch erstellen und damit jede Menge Zeit sparen kann.

Letztendlich geht es immer darum, eine glasklare und nachvollziehbare Dokumentation der eigenen Recherche abzuliefern. Schauen wir uns im Folgenden an, wie das für die gängigsten Quellentypen in der Praxis aussieht.

Bücher und Sammelwerke souverän zitieren

Bücherregale in einer Bibliothek, die die Fülle an gedruckten Quellen darstellen.

Gedruckte Bücher und Sammelwerke sind oft das Rückgrat einer wissenschaftlichen Arbeit. Sie liefern die grundlegenden Theorien, geben einen umfassenden Überblick und fassen etabliertes Wissen zusammen. Die korrekte Angabe im Literaturverzeichnis nach APA ist deshalb auch absolut entscheidend und folgt zum Glück einer klaren, einheitlichen Logik. Einmal verstanden, geht das Ganze leicht von der Hand.

Das Grundschema für eine Monografie – also ein Buch, das von einem oder mehreren Autoren geschrieben wurde – ist dabei quasi die Blaupause für fast alle anderen Quellenangaben. Es besteht immer aus vier zentralen Bausteinen: Autor, Jahr, Titel und Verlag.

Das Grundformat für Monografien

Stellen wir uns vor, Sie haben ein Standardwerk zur Statistik für Ihre Arbeit genutzt. Die Angabe im Literaturverzeichnis muss so gestaltet sein, dass jeder Leser Ihre Quelle sofort und eindeutig wiederfinden kann.

Das Schema dafür sieht so aus:

  • Autor(en): Nachname, V. (Initial des Vornamens). Mehrere Autoren werden durch Kommas getrennt, vor dem letzten Autor steht ein „&“.
  • Jahr: (in runden Klammern).
  • Titel: Buchtitel in Kursivschrift. Ein eventueller Untertitel folgt nach einem Doppelpunkt und wird ebenfalls kursiv gesetzt.
  • Verlag: Name des Verlags.

Ein konkretes Beispiel macht das Ganze viel greifbarer. Angenommen, Sie zitieren ein Werk von Max Mustermann und Erika Musterfrau aus dem Jahr 2021:

Mustermann, M. & Musterfrau, E. (2021). Grundlagen der wissenschaftlichen Arbeit: Von der Idee bis zur Publikation. Wissenschaftsverlag.

Dieses Muster ist Ihr stabiles Gerüst. Fast alle weiteren Regeln für Bücher sind im Grunde nur kleine Erweiterungen oder Anpassungen dieses Schemas, je nachdem, welche zusätzlichen Infos für die Quelle relevant sind.

Umgang mit Auflagen und Herausgebern

Nur selten arbeitet man mit der allerersten Ausgabe eines Buches. Wenn Sie eine neuere, überarbeitete Auflage verwenden, ist diese Information wichtig, denn die Inhalte können sich von Auflage zu Auflage ändern. Die Angabe zur Auflage kommt direkt nach dem Titel in runden Klammern und wird nicht kursiv geschrieben.

Beispiel für eine 3. Auflage:

Schmidt, J. (2023). Einführung in die Psychologie (3. Aufl.). UniPress Verlag.

Ein Sammelwerk ist etwas anderes als eine Monografie. Hier stellen Herausgeber (abgekürzt mit „Hrsg.“) Beiträge von ganz unterschiedlichen Autoren zusammen. In der Quellenangabe treten die Herausgeber dann einfach an die Stelle der Autoren.

Beispiel für ein herausgegebenes Werk:

Weber, S. & Rossi, L. (Hrsg.). (2022). Digitale Transformation in der Gesellschaft. Campus Verlag.

Kapitel aus Sammelwerken korrekt angeben

Viel häufiger zitiert man aber gar nicht das ganze Sammelwerk, sondern nur einen einzelnen Aufsatz daraus. Hier müssen Sie sowohl den Autor und Titel des Kapitels nennen als auch die Infos zum gesamten Sammelband.

Dafür wird das Grundschema einfach erweitert: Sie starten mit dem Autor des Kapitels und fügen dann – eingeleitet durch ein „In“ – die Herausgeber, den Buchtitel und die Seitenzahlen des Kapitels hinzu.

Beispiel für ein Kapitel:

Bauer, T. (2022). Die Rolle von sozialen Medien im politischen Diskurs. In S. Weber & L. Rossi (Hrsg.), Digitale Transformation in der Gesellschaft (S. 45–68). Campus Verlag.

Der Teufel steckt hier im Detail: Der Titel des Kapitels bleibt normal, der Titel des Sammelwerks wird aber kursiv gesetzt. Die Seitenzahlen stehen in Klammern, eingeleitet durch „S.“.

Der Unterschied zwischen gedrucktem Buch und E-Book

Im digitalen Zeitalter greifen wir natürlich immer öfter zu E-Books. Die gute Nachricht: Die Zitation ist fast identisch mit der von gedruckten Büchern. Es gibt nur eine entscheidende Ergänzung: den Digital Object Identifier (DOI). Ein DOI ist eine Art digitaler Fingerabdruck, der permanent und direkt zur Online-Quelle führt.

Wenn ein E-Book einen DOI hat, gehört dieser als anklickbarer Link immer ans Ende des Eintrags. Laut APA 7 ist die Angabe des Verlags bei Quellen mit DOI nicht mehr zwingend, wird in der Praxis aber oft beibehalten.

Die Formate im direkten Vergleich

Quellentyp Formatbeispiel
Gedrucktes Buch Meyer, P. (2020). Geschichte der Neuzeit. Historica.
E-Book mit DOI Meyer, P. (2020). Geschichte der Neuzeit. https://doi.org/10.1234/xyz5678

Was aber, wenn ein E-Book keinen DOI hat und Sie es zum Beispiel über eine allgemeine Datenbank wie Google Books gelesen haben? In diesem Fall wird keine URL angegeben. Behandeln Sie es einfach wie ein gedrucktes Buch. Eine URL kommt nur dann ins Spiel, wenn die Quelle nicht aus einer gängigen wissenschaftlichen Datenbank stammt und schwer auffindbar ist.

So geben Sie Artikel aus Fachzeitschriften präzise an

Artikel aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften sind das Rückgrat der aktuellen Forschung. Hier finden Sie die neuesten Erkenntnisse, Methoden und Daten. Deshalb ist es im Literaturverzeichnis nach APA auch so entscheidend, diese Quellen absolut exakt anzugeben. Schließlich soll jeder Ihre Quellen problemlos nachvollziehen und wiederfinden können. Die Zitation folgt dabei einem sehr klaren Muster.

Im Grunde erweitern wir einfach das bekannte Schema (Autor, Jahr, Titel) um die Veröffentlichungsdetails: Name der Fachzeitschrift, Jahrgang, Ausgabe und Seitenzahlen. Genau diese Details sind es, die einen Artikel unverwechselbar machen.

Die Grundstruktur für Zeitschriftenartikel

Das Format für einen Zeitschriftenartikel wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas komplexer als das für ein Buch, aber es folgt einer sehr einleuchtenden Logik. Man nennt zuerst den Autor und den Titel des eigentlichen Artikels und gibt dann an, wo genau dieser Text erschienen ist.

Das Grundschema sieht so aus:

  • Autor(en): Nachname, V. (genau wie bei Büchern).
  • Jahr: (in runden Klammern).
  • Artikeltitel: Titel des Artikels. Ganz wichtig: Hier wird nichts kursiv gesetzt.
  • Zeitschriftentitel: Name der Fachzeitschrift, Jahrgang, Seitenzahlen. Hier werden der Name der Zeitschrift und der Jahrgang kursiv geschrieben.
  • DOI: Falls einer vorhanden ist, kommt der DOI als klickbarer Link ganz ans Ende.

Ein praktisches Beispiel macht es deutlich:

Schmidt, F. & Meyer, L. (2023). Der Einfluss kognitiver Trainings auf die Gedächtnisleistung im Alter. Zeitschrift für Gerontopsychologie & Geriatrie, 36, 112–125. https://doi.org/10.1024/1011-6879.36.2.112

Hier sehen Sie alle Elemente perfekt zusammenspielen: Die Zeitschrift (Zeitschrift für Gerontopsychologie & Geriatrie) und der Jahrgang (36) sind kursiv. Die Seitenzahlen (112–125) folgen direkt im Anschluss.

DOI oder URL – was ist der Unterschied?

In der digitalen Wissenschaftswelt sind zwei Angaben zentral, um Online-Quellen aufzuspüren: der Digital Object Identifier (DOI) und die klassische URL. Die APA-Regeln geben hier eine ganz klare Priorität vor.

Ein DOI ist im Grunde eine feste, unveränderliche Adresse für einen wissenschaftlichen Artikel im Netz. Selbst wenn die Webseite der Zeitschrift umzieht, führt der DOI immer zum richtigen Dokument. Eine URL hingegen kann sich ändern oder irgendwann ins Leere führen.

Daher die einfache Faustregel: Hat ein Artikel einen DOI, verwenden Sie immer den DOI. Nur wenn es absolut keinen DOI gibt, greifen Sie auf die URL der Webseite zurück, auf der Sie den Artikel gefunden haben. Bei Artikeln aus etablierten wissenschaftlichen Datenbanken (wie JSTOR, PsycINFO etc.), die keinen DOI haben, lassen Sie die URL einfach weg. Die Angabe von Zeitschrift, Jahrgang und Seiten ist hier völlig ausreichend.

Die folgende Abbildung aus Wikipedia veranschaulicht sehr gut, wie ein DOI funktioniert und die dauerhafte Verlinkung sicherstellt.
Das Schaubild zeigt, wie ein DOI-Name über einen speziellen Dienst immer zur aktuellen URL des Dokuments weiterleitet – das macht ihn so zuverlässig.

Der Umgang mit vielen Autoren

In der Wissenschaft ist Teamarbeit alles, daher haben Publikationen oft eine lange Liste von Autoren. Die APA-Richtlinien (in der 7. Auflage) haben hier zum Glück eine sehr klare und vor allem arbeitserleichternde Regelung geschaffen.

  • Bis zu 20 Autoren: Hier listen Sie tatsächlich alle Autorennamen im Literaturverzeichnis auf. Die Namen werden durch Kommas getrennt, und vor dem letzten Autor steht ein &-Zeichen.

  • 21 oder mehr Autoren: Wenn ein Artikel sage und schreibe 21 oder mehr Autoren hat, nennen Sie nur die ersten 19 Autoren. Danach setzen Sie drei Auslassungspunkte (...) und fügen ganz am Ende den allerletzten Autor der Liste hinzu.

Diese Regel spart enorm viel Platz und verhindert endlos lange Einträge im Verzeichnis, ohne dass wichtige Informationen verloren gehen.

So sieht das bei 21+ Autoren aus:

Müller, A., Becker, B., Schmidt, C., Weber, D., Hoffmann, E., Schäfer, F., Koch, G., Bauer, H., Richter, I., Klein, J., Wolf, K., Schröder, L., Neumann, M., Schwarz, N., Zimmermann, O., Braun, P., Krüger, Q., Herrmann, R., König, S., ... Wagner, Z. (2024). Ein globaler Überblick über Klimamodelle. Journal of Environmental Science, 15, 200–215. https://doi.org/10.xxxx/xxxx

Online-First-Artikel und Preprints richtig zitieren

Forschung ist schnelllebig. Deshalb werden Artikel oft schon online veröffentlicht, bevor sie überhaupt einer gedruckten Ausgabe mit festen Seitenzahlen zugewiesen wurden. In diesem Fall – bei sogenannten „Online-First“-Artikeln – geben Sie anstelle der Seitenzahlen einfach die Artikelnummer an (falls vorhanden) und nutzen den DOI.

Ein Preprint wiederum ist eine Vorabversion eines Artikels, die das offizielle Peer-Review-Verfahren noch nicht durchlaufen hat. Solche Manuskripte werden häufig auf Servern wie arXiv oder PsyArXiv hochgeladen. Auch diese dürfen Sie zitieren, müssen sie aber klar als Preprint kennzeichnen.

Beispiel für einen Preprint:

Schulz, A. (2023). Neuronale Korrelate der Entscheidungsfindung unter Unsicherheit [Preprint]. PsyArXiv. https://doi.org/10.xxxx/psyarxiv.xxxx

Wenn Sie diese spezifischen Regeln für Zeitschriftenartikel im Kopf behalten, stellen Sie sicher, dass Ihr APA-Literaturverzeichnis den höchsten wissenschaftlichen Standards genügt und jede einzelne Quelle für Ihre Leser glasklar nachvollziehbar ist.

Digitale Quellen und Online-Ressourcen zitieren

Das Internet ist aus der Recherche nicht mehr wegzudenken. Doch die schiere Menge an digitalen Quellen kann das APA-Literaturverzeichnis schnell kompliziert machen. Von Webseiten über Blog-Beiträge bis hin zu offiziellen Berichten – jede Quelle tickt ein bisschen anders. Mit der richtigen Herangehensweise bringen Sie aber auch hier System rein.

Der entscheidende Unterschied zu gedruckten Werken ist die Angabe des Abruforts. Bei Online-Quellen ist das meist eine URL oder, noch besser, ein DOI (Digital Object Identifier). Die Leitfrage sollte immer sein: Wie findet mein Leser diese Quelle so einfach und direkt wie möglich wieder?

Der folgende Entscheidungsbaum hilft Ihnen dabei, schnell zu klären, ob Sie einen DOI oder eine URL angeben müssen.

Infographic about literaturverzeichnis nach apa

Die Grafik zeigt es deutlich: Ein vorhandener DOI hat immer Vorrang. Er garantiert eine stabile, dauerhafte Verlinkung, während eine URL sich ändern kann.

Webseiten und Blog-Beiträge korrekt referenzieren

Webseiten sind oft im Wandel – Inhalte können sich ändern oder sogar komplett verschwinden. Deshalb ist es umso wichtiger, beim Zitieren so viele Details wie möglich festzuhalten, um die Quelle eindeutig zu identifizieren.

Das Grundgerüst für eine Webseite sieht so aus:

  • Autor oder Gruppe: Nachname, V. oder der Name der Organisation.
  • Datum: (Jahr, Tag. Monat). Geben Sie das genaueste Datum an, das Sie finden können.
  • Titel: Titel des Artikels oder Beitrags in Kursivschrift.
  • Name der Webseite: Nur dann angeben, wenn er sich vom Autor unterscheidet.
  • URL: Der direkte Link zur Seite.

Schauen wir uns das an einem Beispiel für einen Blog-Beitrag an:

Müller, T. (2023, 15. Mai). Die Zukunft der künstlichen Intelligenz in der Bildung. Zukunftsforschung Blog. https://beispiel-blog.de/ki-bildung

Ein wichtiger Praxistipp: Ein häufiger Fehler ist das Hinzufügen eines Abrufdatums. Nach den aktuellen APA-7-Richtlinien ist die Angabe „Abgerufen am…“ nur noch in Ausnahmefällen nötig. Das gilt für Quellen, deren Inhalt sich ständig ändert und die nicht archiviert werden, wie zum Beispiel eine Live-Wetterkarte.

Wenn eine Institution der Autor ist

Nicht immer ist der Autor eine einzelne Person. Oft steckt eine Organisation, eine Behörde oder ein Unternehmen dahinter. In diesem Fall rückt einfach der Name der Institution an die Stelle des Autors. Fachleute sprechen hier von einem Körperschaftsautor.

Hier ein Beispiel für einen Bericht einer Organisation:

Statistisches Bundesamt. (2023). Bildung und Kultur: Private Schulen. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Schulen/Publikationen/_inhalt.html

Das ist besonders praktisch bei offiziellen Berichten, Pressemitteilungen oder Veröffentlichungen von Ministerien und Forschungsinstituten.

Online-PDFs und Berichte zitieren

Viele wissenschaftliche Berichte, Whitepaper oder offizielle Dokumente finden sich online als PDF. Im Grunde behandeln Sie diese wie einen normalen Bericht von einer Webseite. Wenn Sie häufig mit digitalen Quellen arbeiten, kann es übrigens nützlich sein, zu wissen, wie man PDFs in E-Books umwandeln kann, um sie auf verschiedenen Geräten leichter lesbar zu machen.

Das Format bleibt dabei konsistent:

Bundesministerium für Bildung und Forschung. (2022). Zukunft von Wertschöpfung: Forschung für die Produktion von morgen (Bericht Nr. 12/2022). https://www.bmbf.de/zukunft-der-wertschoepfung.pdf

Achten Sie darauf: Wenn das Dokument eine Berichtsnummer hat, geben Sie diese in Klammern direkt nach dem Titel an.

Statistische Datenbanken als Quelle nutzen

In vielen wissenschaftlichen Arbeiten sind quantitative Daten das A und O. Statistische Datenbanken, etwa von der Bundesagentur für Arbeit (BA) oder kommerziellen Anbietern wie Statista, sind hierfür Gold wert. Laut einer Veröffentlichung der BA aus dem Jahr 2022 werden deren Statistiken in über 25 % der sozialwissenschaftlichen Abschlussarbeiten in Deutschland zitiert.

Die Zitation eines Datensatzes folgt ebenfalls einem klaren Schema, bei dem die herausgebende Institution als Autor auftritt:

Beispiel für eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit:

Bundesagentur für Arbeit. (2024). Arbeitslosigkeit im Zeitverlauf: Deutschland, West und Ost [Datensatz]. https://statistik.arbeitsagentur.de/SiteGlobals/Forms/Suche/Einzelheftsuche_Formular.html?topic_f=arbeitslosigkeit-zeitreihe

Ganz wichtig ist hier der Zusatz [Datensatz] in eckigen Klammern. Damit machen Sie auf den ersten Blick klar, welche Art von Quelle Sie hier verwendet haben.

Um Ihnen die Unterscheidung der verschiedenen Online-Quellen zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Angaben in einer Tabelle zusammengefasst.

Vergleich der Angaben für digitale Quellen
Diese Tabelle zeigt die Unterschiede bei den erforderlichen Angaben für verschiedene Arten von Online-Quellen, um die korrekte Formatierung zu erleichtern.

Quellentyp Benötigte Angaben (Beispiele) Wichtiger Hinweis
Webseite/Blog Autor, Datum (genau), Titel des Artikels, Name der Webseite, URL Das Datum sollte so spezifisch wie möglich sein (Tag, Monat, Jahr).
Organisationsbericht Körperschaftsautor, Jahr, Titel des Berichts, ggf. Berichtsnummer, URL Der Name der Organisation steht an erster Stelle.
PDF-Dokument Autor/Organisation, Jahr, Titel des Dokuments, ggf. Herausgeber, URL oder DOI Behandeln Sie es wie einen Bericht oder ein Buch, aber mit einem digitalen Verweis.
Datensatz Autor/Organisation, Jahr, Titel des Datensatzes [Datensatz], URL oder DOI Der Zusatz [Datensatz] ist entscheidend, um die Art der Quelle zu kennzeichnen.

Wie Sie sehen, sind die Grundbausteine oft ähnlich, aber der Teufel steckt im Detail. Ein kurzer Blick in diese Tabelle kann Ihnen viel Zeit und Mühe ersparen.

Spezialfälle meistern und typische Fehler vermeiden

Ein sauberes Literaturverzeichnis nach APA-Standard ist das eine. Aber was, wenn die entscheidende Quelle kein klassischer Zeitschriftenartikel ist, sondern ein aufschlussreiches YouTube-Video, eine unveröffentlichte Dissertation oder ein wichtiger Konferenzbeitrag? Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. In der wissenschaftlichen Praxis sind es oft genau diese Sonderfälle, die für Kopfzerbrechen sorgen.

https://www.youtube.com/embed/c0xmay5Agt4

Genauso wichtig ist es, ein Auge für die kleinen, aber fiesen Fehler zu entwickeln, die sich immer wieder einschleichen. Ein falsch gesetztes Komma hier, ein vergessener hängender Einzug da – das kann den professionellen Eindruck schnell trüben. Schauen wir uns also an, wie Sie beides in den Griff bekommen: die kniffligen Quellen und die häufigsten Stolpersteine.

Ungewöhnliche quellen sicher referenzieren

Wichtige Erkenntnisse finden sich nicht nur in Büchern oder Journals. Audiovisuelle Medien, Abschlussarbeiten und sogar Social-Media-Posts können für Ihre Argumentation Gold wert sein. So binden Sie sie korrekt ein:

  • YouTube-Videos und Podcasts: Der Host oder der Kanalname fungiert hier als Autor. Notieren Sie das genaue Veröffentlichungsdatum und kennzeichnen Sie die Quelle in eckigen Klammern, zum Beispiel mit [Video] oder [Audio-Podcast].
  • Dissertationen und Masterarbeiten: Diese behandeln Sie im Grunde wie ein Buch. Der Titel kommt kursiv, und in eckigen Klammern ergänzen Sie die Art der Arbeit und die Hochschule, also etwa [Doktorarbeit, Universität Hamburg].
  • Konferenzbeiträge: Nennen Sie den Autor, das genaue Datum, den Titel des Vortrags (kursiv) und anschließend den Namen der Konferenz. Fügen Sie noch den Ort hinzu und markieren Sie den Beitrag als [Konferenzvortrag].

Ein konkretes Beispiel für ein YouTube-Video könnte so aussehen:

Terra X. (2023, 10. September). Die verborgene Welt der Tiefsee: Neue Entdeckungen [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=beispielvideo

Die häufigsten fehler im APA-Verzeichnis

Selbst den sorgfältigsten Studierenden unterlaufen Fehler. Aus meiner Erfahrung sind es oft dieselben kleinen Unachtsamkeiten, die sich durch die Arbeiten ziehen und unnötig Punkte kosten. Wenn man sie aber einmal kennt, kann man gezielt darauf achten.

Ein absoluter Klassiker ist die uneinheitliche Formatierung von Autorennamen. Die Regel ist simpel: Nachname, Initialen des Vornamens (z. B. Schmidt, A. B.). Widerstehen Sie der Versuchung, Vornamen auszuschreiben oder verschiedene Stile zu mischen.

Auch bei der Kursivsetzung herrscht oft Verwirrung. Die Faustregel ist einfach: Sie heben immer den Titel des übergeordneten, eigenständigen Werks hervor.

  • Buchtitel
  • Zeitschriftentitel und Jahrgang (der Artikeltitel selbst bleibt aber normal!)
  • Titel von Webseiten oder umfassenden Berichten

Der hängende Einzug ist kein Design-Gag, sondern ein Kernbestandteil des APA-Stils. Jede Zeile eines Eintrags muss ab der zweiten Zeile eingerückt sein. Das ist meist nur eine kleine Einstellung in Word oder Google Docs, macht aber für die Lesbarkeit und Korrektheit einen riesigen Unterschied.

Für Forschende im deutschsprachigen Raum sind auch die APA-Regeln zur Darstellung statistischer Werte wichtig. Zahlen unter zehn schreibt man meist aus, es sei denn, sie sind Teil einer Messung oder stehen im direkten Vergleich zu größeren Zahlen. Die aktuelle APA 7. Auflage legt außerdem Wert darauf, Maßeinheiten bei der ersten Nennung zu definieren und Dezimalstellen präzise anzugeben. Einen detaillierten Überblick dazu bietet dieser hilfreiche Leitfaden zur Manuskriptgestaltung.

Quellen ohne autor oder datum

Was tun, wenn eine Quelle einfach keine Angaben zum Autor oder zum Datum hat? Kein Grund zur Panik, APA hat auch dafür eine klare Vorgehensweise, damit Ihr Verzeichnis lückenlos bleibt.

Quelle ohne Autor:
Fehlt ein Autor – egal ob Person oder Organisation –, rückt einfach der Titel der Quelle an die erste Stelle. Im Literaturverzeichnis sortieren Sie diesen Eintrag dann ganz normal alphabetisch nach dem ersten Wort des Titels ein.

Ein Beispiel:
Klimawandel in den Alpen: Eine visuelle Dokumentation. (2022). Umweltstiftung. https://beispiel-stiftung.de/klimawandel-alpen

Quelle ohne Datum:
Wenn Sie beim besten Willen kein Datum finden können, greifen Sie zur Abkürzung „o. D.“ (steht für „ohne Datum“). Diese setzen Sie einfach an die Stelle der Jahreszahl.

Ein Beispiel:
Bundesverband für Nachhaltigkeit. (o. D.). Leitfaden für grüne Start-ups. Abgerufen am 15. November 2023, von https://beispiel-verband.de/leitfaden

Hier ist das Abrufdatum entscheidend, denn ohne festes Publikationsdatum könnte sich der Inhalt der Seite jederzeit ändern.

Der souveräne Umgang mit solchen Sonderfällen zeigt, dass Sie die Logik hinter den APA-Regeln wirklich verstanden haben. Weitere Praxistipps, wie Sie Quellenangaben richtig machen, haben wir in einem weiterführenden Artikel für Sie zusammengestellt.

Wenn Sie diese speziellen Fälle beherrschen und die typischen Fehlerquellen kennen, ist Ihr Literaturverzeichnis mehr als nur eine formale Pflichtübung – es wird zum Aushängeschild Ihrer wissenschaftlichen Sorgfalt.

Häufig gestellte fragen zum APA literaturverzeichnis

Gerade wenn man denkt, man ist fertig, tauchen die kleinen Detailfragen auf. Genau diese machen aber oft den Unterschied zwischen einem guten und einem perfekten APA-Literaturverzeichnis aus. Hier bekommen Sie schnelle und praxisnahe Antworten auf die häufigsten Stolpersteine, die einem kurz vor der Abgabe begegnen.

Muss ich bei Online-Quellen immer ein Abrufdatum angeben?

Nein, das ist einer der hartnäckigsten Mythen. Nach den aktuellen APA-7-Richtlinien ist das Abrufdatum nur noch in Ausnahmefällen nötig – nämlich dann, wenn sich der Inhalt einer Online-Quelle jederzeit ändern kann und nicht dauerhaft archiviert ist.

Ein klassisches Beispiel wäre eine sich ständig aktualisierende Wetterkarte oder ein Social-Media-Profil. Bei den meisten wissenschaftlichen Quellen, wie Artikeln aus Fachzeitschriften (mit DOI), E-Books oder archivierten Berichten, lassen Sie das Datum hingegen einfach weg.

Wie zitiere ich eine Quelle ohne Autor oder Datum?

Keine Panik, auch dafür gibt es eine einfache und klare Regel, damit Ihr Literaturverzeichnis nach APA sauber bleibt.

  • Kein Autor: Wenn Sie keinen persönlichen Verfasser oder eine Organisation finden, rückt der Titel des Werks an die erste Stelle. Im Verzeichnis sortieren Sie diesen Eintrag dann einfach alphabetisch nach dem ersten Wort des Titels ein.
  • Kein Datum: Fehlt das Veröffentlichungsdatum, nutzen Sie die deutsche Abkürzung „o. D.“ (für „ohne Datum“). Diese kommt einfach dorthin, wo sonst das Jahr in Klammern stehen würde.

Ein Beispiel, das beides kombiniert:

Grundlagen der Statistik für Anfänger. (o. D.). Lernplattform Statistik. https://beispiel-lernplattform.de/statistik-grundlagen

Wichtig ist hierbei zu verstehen, was alles als „Autor“ gelten kann. Oft ist es eine Organisation, eine Behörde oder ein Institut – ein sogenannter Körperschaftsautor. Ein genauer Blick ins Impressum der Webseite lohnt sich also immer, bevor Sie den Titel an die erste Stelle setzen.

Was ist der Unterschied zwischen Literatur- und Quellenverzeichnis?

Obwohl die Begriffe im Alltag oft synonym gebraucht werden, gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied. Ein Literaturverzeichnis (im Englischen „References“) listet ausschließlich die Quellen auf, die Sie in Ihrem Text auch wirklich zitiert haben. Jeder Eintrag im Verzeichnis muss also mindestens einen Verweis im Text haben.

Ein Quellenverzeichnis hingegen kann auch weiterführende Literatur umfassen, die Sie zwar für Ihre Recherche genutzt, aber nicht direkt im Text erwähnt haben. Der APA-Stil fordert standardmäßig ein reines Literaturverzeichnis.

Wie zitiere ich KI-Tools wie ChatGPT?

Generative KI-Systeme sind mächtige Werkzeuge, aber keine zitierfähigen Autoren im klassischen Sinne. Die American Psychological Association (APA) empfiehlt daher, KI-Antworten anders zu behandeln als traditionelle Quellen, denn sie sind nicht dauerhaft und für andere nachvollziehbar.

Stattdessen sollten Sie den Einsatz der KI im Methodenteil Ihrer Arbeit transparent machen. Das bedeutet konkret:

  1. Im Methodenteil beschreiben: Erklären Sie, welches Tool (z. B. ChatGPT-4o) Sie wofür (z. B. zur Ideenfindung oder Textformulierung) und wie (z. B. mit welchem zentralen Prompt) verwendet haben.
  2. Das Tool im Verzeichnis auflisten: Nehmen Sie das KI-Modell selbst als Software in Ihr Literaturverzeichnis auf.

So könnte der Eintrag aussehen:

OpenAI. (2024). ChatGPT (Version vom 20. Juli) [Large language model]. https://chat.openai.com

Die korrekte Handhabung von Verweisen im Text ist natürlich genauso wichtig. In unserem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, um ein direktes Zitat nach APA perfekt zu formatieren und einzubinden.


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