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Wissenschaftliche Arbeit zitieren leicht gemacht

Wissenschaftliche Arbeit zitieren leicht gemacht

Wenn man eine wissenschaftliche Arbeit richtig zitiert, geht es im Kern darum, fremde Ideen und Forschungsergebnisse sauber als solche zu kennzeichnen. Das ist das Fundament wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit und schützt vor Plagiatsvorwürfen, denn so wird jeder Gedanke seiner ursprünglichen Quelle zugeordnet.

Warum korrektes Zitieren über Ihren Erfolg entscheidet

Jede wissenschaftliche Arbeit, egal in welchem Fach, steht auf den Schultern von Giganten. Ob Sie eine bahnbrechende Theorie auseinandernehmen oder eine etablierte Methode für Ihre eigene Forschung nutzen – Sie greifen immer auf das Wissen derer zurück, die vor Ihnen kamen. Korrektes Zitieren ist dabei so viel mehr als nur eine lästige Pflicht. Es ist der Mechanismus, der Ihre Arbeit erst in den großen wissenschaftlichen Dialog einbettet.

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine brillante These, aber Ihre Argumente wirken wie aus der Luft gegriffen. Ohne saubere Quellenangaben verliert selbst die stärkste Idee an Überzeugungskraft. Ihr Betreuer und andere Leser können nicht nachvollziehen, woher Ihre Informationen stammen. Im schlimmsten Fall wirkt es so, als würden Sie die Erkenntnisse anderer als Ihre eigenen verkaufen.

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Was Quellenangaben wirklich leisten

Die Funktion von Quellenangaben wird oft unterschätzt. Es geht nicht nur darum, Plagiate zu vermeiden – Zitate sind ein strategisches Werkzeug, um die eigene Argumentation zu schärfen und zu untermauern.

  • Sie untermauern Ihre Glaubwürdigkeit: Jeder Verweis auf eine anerkannte Studie oder einen Fachexperten verleiht Ihren Aussagen sofort mehr Gewicht. Es zeigt: Meine Arbeit steht auf einem soliden Fundament.
  • Sie garantieren Nachvollziehbarkeit: Kollegen und Prüfer können Ihre Quellen nachschlagen, Ihre Gedankengänge überprüfen und sehen, wie Sie zu Ihren Schlussfolgerungen gekommen sind. Das ist ein Grundpfeiler guter wissenschaftlicher Praxis.
  • Sie heben Ihre eigene Leistung hervor: Erst durch die saubere Trennung zwischen dem, was andere gesagt haben, und dem, was Ihr eigener Beitrag ist, wird Ihre persönliche Leistung wirklich sichtbar.

Gerade am Anfang des Studiums ist die Unsicherheit groß, und das zeigen auch die Zahlen. Eine Untersuchung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung aus 2019 hat ergeben, dass sich rund 23 % der Studierenden unsicher fühlen, wenn es ums richtige Zitieren geht. Die Studie offenbarte auch, dass etwa 15 % zumindest gelegentlich unbeabsichtigt plagiieren, oft aus reiner Unwissenheit über die korrekten Regeln. Aus diesem Grund setzen die meisten deutschen Universitäten auf etablierte Zitierstile wie APA, Harvard oder die Deutsche Zitierweise. Sie schaffen klare, verlässliche Standards. Mehr zu den Hintergründen dieser Studienergebnisse lässt sich direkt nachlesen.

Vom Stolperstein zur Chance

Diese anfängliche Verunsicherung ist völlig normal. Doch statt das Zitieren als lästige Hürde zu betrachten, sollten Sie es als eine echte Chance begreifen. Jeder korrekt gesetzte Verweis ist ein stiller Beweis für Ihre Sorgfalt und Ihr Verständnis für die Spielregeln der Wissenschaft.

Ein präzises Zitat ist kein Zeichen von Unselbstständigkeit, sondern ein Beweis für intellektuelle Redlichkeit. Es zeigt, dass Sie den wissenschaftlichen Diskurs verstanden haben und aktiv daran teilnehmen.

Sehen Sie es einmal so: Wenn Sie eine Behauptung mit einer Studie von Müller (2022) belegen, leihen Sie sich quasi die Autorität dieses Forschers, um Ihr eigenes Argument zu stärken. Mit jeder richtig zitierten Quelle weben Sie ein starkes Netz aus Belegen, das Ihre Arbeit trägt und sie ungleich überzeugender macht. Diese Fähigkeit zu meistern, ist einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zu einer erstklassigen wissenschaftlichen Arbeit.

Ein kleiner Wegweiser durch den Dschungel der Zitierstile

APA, Harvard, Chicago oder doch lieber die klassische deutsche Zitierweise? Wer am Anfang seines Studiums steht, fühlt sich von der schieren Menge an Zitierstilen oft regelrecht erschlagen. Aber keine Sorge, so kompliziert ist es gar nicht. An den meisten deutschen Hochschulen haben sich ein paar wenige Systeme durchgesetzt, die man kennen sollte.

Die wichtigste Entscheidung – welchen Stil Sie verwenden – nehmen Ihnen Ihr Fachbereich oder Ihr Betreuer ohnehin ab. Es ist also keine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern eine klare Vorgabe.

Um sich zurechtzufinden, hilft eine ganz einfache Unterscheidung: Es gibt Autor-Jahr-Systeme und es gibt Fußnoten-Systeme. Beide haben eine komplett eigene Logik, wie sie Quellen im Text und später im Literaturverzeichnis handhaben.

Direkte Belege im Text: APA und Harvard

Bei diesen Systemen platzieren Sie einen Kurzbeleg direkt im Fließtext, meist in Klammern nach dem Schema (Autor, Jahr). Der große Vorteil liegt auf der Hand: Der Lesefluss wird kaum gestört. Man sieht sofort, woher eine Information stammt, ohne ans Ende der Seite springen zu müssen.

  • APA (American Psychological Association): In den Sozial-, Wirtschafts- und Naturwissenschaften ist dieser Stil quasi der Goldstandard. Er ist extrem präzise und bis ins kleinste Detail durchgeregelt.
  • Harvard-Zitierweise: Auf den ersten Blick sieht Harvard dem APA-Stil zum Verwechseln ähnlich. Der entscheidende Unterschied ist, dass es kein offizielles, zentrales Regelwerk gibt. Dadurch ist man oft etwas flexibler. Besonders in den Wirtschaftswissenschaften ist diese Methode sehr beliebt.

Beide Systeme eignen sich hervorragend, wenn man eine Quelle immer wieder zitiert, da der Verweis im Text schön kurz und bündig bleibt.

Die elegante Lösung: Fußnoten nach deutscher Zitierweise

Ganz anders funktionieren die Fußnoten-Systeme. Hier setzen Sie eine kleine, hochgestellte Ziffer in den Text, die auf eine Fußnote am Seitenende verweist. Dort steht dann der vollständige Quellenbeleg (bei der ersten Nennung) oder eine verkürzte Form.

Die deutsche Zitierweise hat sich vor allem in den Geistes-, Geschichts- und Rechtswissenschaften etabliert. Ihr Charme liegt darin, dass der Lesetext komplett sauber bleibt, frei von jeglichen Klammern. Außerdem bieten die Fußnoten wertvollen Platz für zusätzliche Kommentare oder weiterführende Anmerkungen – ein echter Pluspunkt.

Wenn Sie tiefer in die Welt der Fußnoten eintauchen und lernen wollen, wie man sie perfekt strukturiert, finden Sie in unserem umfassenden Leitfaden zum richtigen Zitieren mit Fußnoten jede Menge praktische Beispiele und Tipps.

Die folgende Grafik gibt einen guten Überblick, wie sich die verschiedenen Stile auf internationaler Ebene verteilen.

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Man erkennt sofort: Der APA-Stil ist mit einem Anteil von rund 60 % weltweit dominant, was seine enorme Bedeutung gerade in den Sozial- und Verhaltenswissenschaften noch einmal unterstreicht.

Damit Sie die wesentlichen Unterschiede auf einen Blick erfassen können, habe ich die wichtigsten Merkmale der gängigsten Zitierstile in einer Tabelle zusammengefasst.

Überblick der gängigsten Zitierstile

Ein Vergleich der wichtigsten Merkmale, Anwendungsbereiche und Beispiele für APA, Harvard und die deutsche Zitierweise.

Merkmal APA (7. Auflage) Harvard-Zitierweise Deutsche Zitierweise (Fußnoten)
Art des Verweises Autor-Jahr-System Autor-Jahr-System Fußnoten-System
Position des Verweises Direkt im Fließtext in Klammern Direkt im Fließtext in Klammern Hochgestellte Ziffer im Text, Beleg in der Fußnote
Beispiel im Text (Müller, 2023, S. 15) (Müller 2023: 15) ¹
Beispiel in der Fußnote Nicht zutreffend Nicht zutreffend ¹Vgl. Müller, Max: Wissenschaftliches Arbeiten, 2023, S. 15.
Hauptanwendungsbereich Sozial-, Wirtschafts- & Naturwissenschaften Wirtschaftswissenschaften Geistes-, Rechts- & Geschichtswissenschaften
Besonderheiten Sehr striktes, detailliertes Regelwerk. Kein offizielles Regelwerk, daher flexibler. Erlaubt Kommentare und Anmerkungen in den Fußnoten.

Diese Tabelle soll Ihnen als schnelle Orientierung dienen, um die grundlegende Logik hinter jedem Stil zu verstehen.

Wie finde ich nun den richtigen Stil für meine Arbeit?

Die Antwort ist erfreulich einfach: Sie müssen nicht raten. Prüfen Sie als Allererstes den Leitfaden zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten Ihres Instituts oder Fachbereichs. In 99 % aller Fälle ist dort klipp und klar festgelegt, welchen Zitierstil Sie verwenden müssen.

Dieser Vorgabe müssen Sie unbedingt folgen. Es ist keine Empfehlung, sondern eine bindende Regel. Die korrekte und konsistente Anwendung des geforderten Zitierstils ist ein zentrales Kriterium, an dem Ihre wissenschaftliche Sorgfalt gemessen und am Ende auch benotet wird.

Praktische Anleitung für Zitate im Text

Die eigentliche Kunst beim Zitieren zeigt sich nicht erst im Literaturverzeichnis, sondern direkt im Text. Hier entscheidet sich, ob Ihre Argumentation flüssig und überzeugend wirkt oder durch ungeschickte Verweise ins Stocken gerät. Das Ziel ist klar: Sie wollen fremdes Wissen nahtlos in Ihre eigenen Gedankengänge einbauen, ohne dabei die ursprüngliche Aussage zu verfälschen.

Dafür stehen Ihnen zwei grundlegende Werkzeuge zur Verfügung: das direkte Zitat und das indirekte Zitat, auch Paraphrase genannt. Beide haben absolut ihre Berechtigung, aber ihr Einsatz will gut überlegt sein. Eine wirklich gelungene Arbeit findet hier die perfekte Balance.

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Direkte Zitate gezielt einsetzen

Ein direktes Zitat ist eine wortwörtliche Übernahme. Man erkennt es sofort an den Anführungszeichen und dem präzisen Quellenbeleg, der immer auch die Seitenzahl enthält. Der häufigste Fehler, den ich sehe? Ein inflationärer Gebrauch. Setzen Sie direkte Zitate wirklich nur dann ein, wenn der genaue Wortlaut entscheidend für Ihr Argument ist.

Wann ist das der Fall? Hier ein paar gute Gründe:

  • Prägnante Definitionen: Manchmal bringt ein Autor einen Begriff so perfekt auf den Punkt, dass jede Umschreibung nur ein schwacher Abklatsch wäre.
  • Besonders treffende Formulierungen: Es gibt Sätze, deren Aussagekraft und Stil man durch eine Paraphrase einfach zerstören würde.
  • Analyse von Originaltexten: Wenn Sie sich direkt auf die Sprache eines Autors beziehen – zum Beispiel in der Literaturwissenschaft –, kommen Sie um ein direktes Zitat nicht herum.

Als Faustregel gilt: Zitate unter 40 Wörtern (so will es der APA-Standard) bauen Sie einfach in Ihren Satz ein. Längere Zitate hingegen formatieren Sie als eigenen, eingerückten Blockabsatz, und zwar ganz ohne Anführungszeichen.

Die Kunst des Paraphrasierens

Das indirekte Zitat – also die Idee eines anderen in Ihren eigenen Worten wiederzugeben – ist das mit Abstand wichtigste Werkzeug in Ihrem Repertoire. Hier passieren aber leider auch die meisten Fehler. Eine Paraphrase ist nämlich viel, viel mehr als nur ein paar Wörter im Originalsatz auszutauschen.

Echtes Paraphrasieren bedeutet, eine Idee vollständig zu verinnerlichen und sie anschließend mit Ihrer eigenen Satzstruktur und Ihrem eigenen Vokabular neu zu formulieren. Nur so zeigen Sie, dass Sie den Inhalt wirklich verstanden haben.

Stellen Sie sich einfach vor, Sie erklären einem Freund den Inhalt eines komplizierten Fachtextes bei einer Tasse Kaffee. Genau diese natürliche, eigenständige Ausdrucksweise ist das Ziel.

Schauen wir uns das mal an einem Beispiel an:

  • Originaltext: „Die Implementierung agiler Methoden führt in Softwareentwicklungsteams nachweislich zu einer signifikanten Reduktion der Time-to-Market bei gleichzeitiger Steigerung der Produktqualität.“ (Schmidt, 2022, S. 45)
  • Schlechte Paraphrase (viel zu nah am Original): Die Einführung agiler Vorgehensweisen bewirkt in Entwicklerteams eine deutliche Verkürzung der Markteinführungszeit und erhöht gleichzeitig die Qualität des Produkts (vgl. Schmidt, 2022, S. 45).
  • Gute Paraphrase (eigenständig formuliert): Schmidt (2022) stellt fest, dass Softwareprodukte durch agile Prozesse nicht nur schneller auf den Markt kommen, sondern auch eine höhere Qualität aufweisen.

Ganz wichtig: Auch bei indirekten Zitaten ist der Verweis auf die Quelle (Autor, Jahr) absolut unerlässlich. Sonst tappen Sie schnell in die Plagiatsfalle. Der kleine Zusatz „vgl.“ (vergleiche) ist in vielen Stilen üblich, aber nicht immer zwingend vorgeschrieben.

Je nach Zitierstil kann das Einbinden von Quellen direkt im Text ganz unterschiedlich aussehen. Gerade der APA-Stil hat hier sehr klare Regeln, die aber den Lesefluss enorm unterstützen. Falls Sie tiefer in dieses Thema einsteigen wollen, ist unser schneller Leitfaden für perfekte APA-Zitate im Text eine wirklich wertvolle Hilfe. Wenn Sie diese Techniken beherrschen, verleiht das Ihrer Arbeit die nötige wissenschaftliche Professionalität.

So erstellen Sie ein fehlerfreies Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis ist mehr als nur eine Liste am Ende Ihrer Arbeit – es ist die Visitenkarte Ihrer wissenschaftlichen Sorgfalt. Hier zeigt sich, wie präzise Sie über Wochen und Monate gearbeitet haben. Jeder einzelne Verweis aus Ihrem Text muss hier lückenlos und formal perfekt wiederzufinden sein.

Aber keine Sorge, das klingt komplizierter, als es ist. Mit einer guten Systematik wird das Verzeichnis zu einer reinen Fleißaufgabe. Im Prinzip geht es nur darum, für jeden Quellentyp die richtigen Informationen in der korrekten Reihenfolge zusammenzufügen.

Die Bausteine der gängigsten Quellentypen

Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten stützen sich auf eine Handvoll klassischer Quellentypen. Wenn Sie deren Aufbau einmal verinnerlicht haben, können Sie fast jede Quelle ohne Kopfzerbrechen korrekt erfassen.

Sehen wir uns die häufigsten Fälle einmal genauer an:

  • Monografien (Bücher): Der Klassiker. Hier sind die Kerninformationen immer Autor(en), Erscheinungsjahr, Titel und der Verlag. Je nach Zitierstil kommt manchmal noch der Erscheinungsort hinzu.
  • Zeitschriftenartikel: Hier wird es etwas detaillierter. Neben Autor(en), Jahr und Titel des Artikels brauchen Sie unbedingt den Namen der Fachzeitschrift, den Jahrgang (Volume), die Ausgabennummer (Issue) und die genauen Seitenzahlen des Artikels.
  • Sammelbandbeiträge: Das ist quasi eine Mischform. Sie benötigen die Angaben zum einzelnen Beitrag (Autor, Jahr, Titel) und zusätzlich die Daten des übergeordneten Sammelbands (Herausgeber, Titel des Sammelbands, Verlag, Seitenbereich des Beitrags).
  • Internetquellen: Bei Online-Quellen sind Autor (falls bekannt), Jahr der Veröffentlichung, Titel der Seite sowie die vollständige URL und das Abrufdatum entscheidend, da sich Webinhalte ändern können.

Die exakte Reihenfolge und die Zeichensetzung – also wo Punkte, Kommas oder Kursivschreibung hingehören – diktiert dann der von Ihnen gewählte Zitierstil, sei es APA, Harvard oder ein anderer.

Ein Tipp, der mir im Studium viel Stress erspart hat: Führen Sie Ihre Quellenliste von Anfang an parallel zum Schreibprozess. Jedes Mal, wenn Sie eine neue Quelle in Ihren Text einbauen, tragen Sie sie sofort vollständig ins Literaturverzeichnis ein. So vermeiden Sie die gefürchtete und extrem fehleranfällige Aufholjagd kurz vor der Abgabe.

Organisation ist alles – digitale Helfer nutzen

Ganz ehrlich: Dutzende Quellen von Hand zu verwalten, ist mühsam und eine riesige Fehlerquelle. Ein kleiner Tippfehler, ein vergessenes Komma, und schon ist der Eintrag formal nicht mehr korrekt. Genau hier kommen Literaturverwaltungsprogramme ins Spiel.

Diese Tools sind ein echter Segen für das wissenschaftliche Arbeiten.

  • Zotero: Ein kostenloses Open-Source-Programm, das sich nahtlos in Ihren Browser integriert. Mit nur einem Klick importieren Sie Quellenangaben von Webseiten oder aus Fachdatenbanken direkt in Ihre Bibliothek.
  • Citavi: Besonders im deutschsprachigen Raum sehr populär. Viele Universitäten bieten kostenlose Lizenzen für ihre Studierenden an. Citavi kann mehr als nur Quellen verwalten; es hilft auch bei der Wissensorganisation und Aufgabenplanung für Ihre Arbeit.
  • Mendeley: Funktioniert ähnlich wie Zotero, legt aber einen stärkeren Fokus auf die soziale Vernetzung von Forschenden und das Teilen von Literaturlisten.

Diese Programme nehmen Ihnen die lästige Formatierungsarbeit fast vollständig ab. Sie legen einmal Ihren Zitierstil fest, und die Software erstellt sowohl die Verweise im Text als auch das gesamte Literaturverzeichnis automatisch und absolut konsistent. Die kurze Zeit, die Sie investieren, um sich in ein solches Tool einzuarbeiten, zahlt sich über Ihr gesamtes Studium hinweg um ein Vielfaches aus.

Spezialfälle und digitale Quellen richtig angeben

Die Forschung hat sich in den letzten Jahren stark verändert – digitale Quellen sind nicht mehr wegzudenken. Das klassische Lehrbuch zum wissenschaftlichen Arbeiten hilft aber oft nicht weiter, wenn es darum geht, einen YouTube-Clip, einen Fach-Blog oder Daten von Online-Plattformen korrekt zu zitieren. Gerade diese neuen Formate stellen viele Studierende vor Herausforderungen. Doch keine Sorge, mit den Grundprinzipien des Zitierens lässt sich auch das meistern.

Die goldene Regel lautet immer: Nachvollziehbarkeit. Wer auch immer Ihre Arbeit liest, muss die von Ihnen genutzte Quelle eindeutig identifizieren und wiederfinden können. Dieses Prinzip gilt für ein gedrucktes Buch genauso wie für einen Online-Artikel oder ein Video. Bei digitalen Inhalten kommt nur die Schwierigkeit hinzu, dass sie sich verändern oder sogar komplett verschwinden können.

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URLs, DOIs und die Haltbarkeit von Quellen

Eine einfache URL in die Fußnote zu packen, reicht oft nicht aus, denn Links können "sterben" und ins Leere führen. Deshalb sind bei digitalen Quellen zwei Elemente besonders wichtig:

  • Der DOI (Digital Object Identifier): Betrachten Sie den DOI als eine Art ISBN für digitale Objekte wie wissenschaftliche Artikel. Er ist eine einzigartige und vor allem dauerhafte Kennung. Selbst wenn der Artikel auf eine andere Webseite umzieht, bleibt der DOI gleich. Hat eine Quelle einen DOI, müssen Sie diesen anstelle der normalen URL angeben.
  • Das Abrufdatum: Da sich Webinhalte jederzeit ändern können, ist es unerlässlich, das genaue Datum anzugeben, an dem Sie auf die Seite zugegriffen haben. Damit dokumentieren Sie sozusagen den Zustand der Quelle zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Eine gute Recherche lebt natürlich auch davon, dass man die Seriosität digitaler Quellen kritisch hinterfragt. Es ist eine entscheidende Fähigkeit, verlässliche wissenschaftliche Quellen finden und bewerten zu können.

Der Sonderfall Statista und die Jagd nach der Primärquelle

Plattformen wie Statista sind unglaublich praktisch, um schnell an Daten und Statistiken zu kommen. Aber genau hier lauert eine häufige Falle: Statista ist in den allermeisten Fällen nur eine Sekundärquelle. Die Plattform bereitet Daten auf, die ursprünglich aus anderen Studien, Umfragen oder Berichten stammen.

Die vielleicht wichtigste Regel im wissenschaftlichen Arbeiten lautet: Zitieren Sie immer die Primärquelle, wenn es irgendwie möglich ist! Nur so lässt sich der ursprüngliche Kontext der Datenerhebung nachvollziehen und sicherstellen, dass die Zahlen nicht aus dem Zusammenhang gerissen wurden.

Zum Glück macht es Statista einem meistens leicht und nennt die Originalquelle direkt unter der Grafik. Ihre Aufgabe als gewissenhafter Wissenschaftler ist es, diese Primärquelle aufzuspüren und sie zu zitieren. Nur wenn diese Quelle partout nicht mehr auffindbar ist, dürfen Sie ausnahmsweise Statista als Sekundärquelle angeben, üblicherweise mit dem Zusatz „zitiert nach“.

In der Praxis wird das leider oft nicht konsequent umgesetzt. Obwohl in Deutschland empfohlen wird, die Primärquelle zu suchen, kommt es bei der Verwendung von Statista-Daten in schätzungsweise 40 % der Fälle zu fehlerhaften oder unvollständigen Angaben, weil Studierende stattdessen einfach die Sekundärquelle zitieren. Informieren Sie sich am besten direkt bei der Plattform über die korrekte Einbindung von Statista-Inhalten, um diesen typischen Fehler zu vermeiden. Der kleine Mehraufwand bei der Recherche zeigt Ihre wissenschaftliche Gründlichkeit und hebt die Qualität Ihrer Arbeit enorm.

Häufige Fragen aus der Zitations-Praxis

Beim Schreiben tauchen fast immer die gleichen kniffligen Fragen auf. Die allgemeinen Zitierregeln helfen da oft nicht weiter. Deswegen habe ich hier die Antworten auf die häufigsten Stolpersteine aus dem Uni-Alltag gesammelt – ganz direkt und auf den Punkt gebracht.

Was mache ich, wenn Autor oder Datum fehlen?

Man findet eine super Online-Quelle, aber es fehlen entscheidende Angaben. Ein Klassiker. Kein Grund zur Panik, dafür gibt es klare Regeln.

  • Kein Autor: Wenn wirklich kein Verfasser auszumachen ist, rückt einfach der Titel der Publikation an die erste Stelle. Im Literaturverzeichnis sortieren Sie den Eintrag dann alphabetisch nach diesem Titel ein. Ein kleiner Tipp: Bei Webseiten von Organisationen oder Behörden können Sie oft die Institution selbst als Autor angeben (z. B. das Statistische Bundesamt).
  • Kein Datum: Ist kein Veröffentlichungsdatum aufzutreiben, kürzen Sie das mit „o. D.“ (ohne Datum) ab. Das zeigt Ihrem Betreuer, dass Sie die Angabe nicht übersehen haben, sondern dass sie wirklich nicht vorhanden ist.

Wie zitiere ich eine Vorlesungsfolie richtig?

Hier muss man vorsichtig sein. Vorlesungsfolien sind normalerweise keine zitierfähigen Quellen. Warum? Sie sind meist nicht öffentlich zugänglich und die Inhalte stammen fast immer aus bestehender Fachliteratur. Ihre Aufgabe ist es also, Detektiv zu spielen: Finden Sie die Originalquelle, die der Dozent verwendet hat, und zitieren Sie diese direkt.

Eine Ausnahme gibt es: Präsentiert Ihr Dozent brandneue, noch unveröffentlichte Forschungsergebnisse, sprechen Sie ihn am besten direkt an. Fragen Sie nach einer Publikation oder ob Sie es als „persönliche Kommunikation“ zitieren dürfen.

Grundsätzlich gilt: Eine wissenschaftliche Arbeit lebt von veröffentlichten und nachprüfbaren Quellen. Unveröffentlichtes Material oder persönliche Mitteilungen sollten die absolute Ausnahme bleiben und immer mit der Betreuung abgesprochen sein.

Muss ich eine Quelle nach jedem einzelnen Satz wiederholen?

Gott sei Dank, nein. Das würde den Text unlesbar machen. Wenn Sie einen ganzen Absatz lang die Gedanken aus ein und derselben Quelle zusammenfassen, reicht ein einziger Beleg am Ende des Absatzes völlig aus.

Dieser Verweis signalisiert klar: Alles, was ich bis hierhin geschrieben habe, stammt aus dieser Quelle. Sobald Sie im nächsten Abschnitt eine neue Quelle einführen oder zu Ihren eigenen Schlussfolgerungen übergehen, setzen Sie einen neuen Beleg. Diese Methode hält Ihren Text sauber und angenehm lesbar.

Ist es in Ordnung, aus Wikipedia zu zitieren?

Die kurze und ehrliche Antwort: Nein. Wikipedia ist ein fantastisches Werkzeug für den ersten Überblick, aber als wissenschaftliche Quelle ist es ungeeignet. Die Artikel werden von vielen, oft anonymen Autoren geschrieben und können sich jederzeit ändern. Das erfüllt nicht den Anspruch an eine verlässliche und stabile Quelle.

Aber: Nutzen Sie Wikipedia schlau! Es ist der perfekte Startpunkt für Ihre Recherche. Scrollen Sie in einem relevanten Artikel ganz nach unten zu den Einzelnachweisen und Quellen. Dort finden Sie die wissenschaftlichen Studien und Fachartikel, auf denen der Beitrag basiert. Das ist Ihre Goldgrube – diese Originalquellen können und sollten Sie für Ihre Arbeit lesen und zitieren.


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